Der innere Schweinehund

Was ist ein innerer Schweinehund?

 

 Jeder von uns kennt ihn. Als inneren Schweinehund wird die Willensschwäche bezeichnet, die uns daran hindert, unangenehme Tätigkeiten auszuführen. Für die Erledigung einer bestimmten Aufgabe (z.B. Sport) wird sehr viel Selbstdisziplin benötigt. Um zu verdeutlichen, welche Anstrengung dahinter sitzt, wird meistens davon geredet, dass der innere Schweinehund überwunden werden muss.

Schweinehund
Bild: Marijke Vogt


Meine Erfahrungen!

Mit dem Frühling kommen die warmen Temperaturen  ̶  mit den warmen Temperaturen kommt die leichte Kleidung  ̶   mit der leichten Kleidung steigt das Bedürfnis auf ein positives Körpergefühl.


Wie bekomme ich ein positives Körpergefühl?

Diese Frage ist deshalb nicht einfach zu beantworten, weil jeder Mensch sein Körpergefühl anders bewertet. Was für den Einen ein Sonnenbad ist, ist für den Anderen vielleicht der Kauf von neuer Kleidung oder Schuhen.

Für mich hingegen bedeutet ein positives Körpergefühl  ̶  das Erreichen der empfohlenen Wassermenge pro Tag und 2-3 x pro Woche Sport. Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt, konsequent die 2 Liter zu trinken. Dafür habe ich aber in Sachen Sport eine Methode gefunden, wie ich den inneren Schweinehund überliste.

Foto 1-4: Katy Buchholz


Wie überliste ich meinen inneren Schweinehund?

Obwohl ich zu den Menschen gehöre, die sehr gerne Sport treiben, fällt es auch mir nicht immer leicht, meine Sportklamotten hervor zu holen. Dann kommen mir Gedanken, wie: Soll ich oder soll ich nicht? Immer alleine Walken macht keinen Spaß!

Wenn dann irgendwann der innere Schweinehund gewonnen hat, dauert es nicht mehr lange und mein schlechtes Gewissen meldet sich: Warum habe ich mich nicht aufgerafft? Es ist doch nur eine halbe Stunde. Jetzt muss ich auf meine extra Portion Glückshormone verzichten. Selber schuld!

Wenn ich aber dem inneren Schweinehund nicht nachgegeben habe, die Sportklamotten angezogen und meine 30 Minuten gewalkt bin, dann bin ich stolz auf mich. Und um dieses Gefühl des Stolzes zu unterstreichen, habe ich für mich ein Belohnungssystem erfunden.


Wie funktioniert das Belohnungssystem?

Zuerst lege ich einen Zeitraum fest  ̶  z.B. einen Monat (später wird der Zeitraum erhöht, z.B. auf 1/4 Jahr usw.). Dann notiere ich in einem gut sichtbaren Kalender mit einem roten Stift, an welchen Tagen ich walken war (z.B. ein dicker roter Punkt). Habe ich in einem Monat meine 2-3 x pro Woche Walking durchgehalten, dann gibt es eine Belohnung.

Dieses Belohnungssystem ist auf alle Bereiche anwendbar!


Wie könnte so eine Belohnung aussehen?

Belohnungen sind Dinge, die mir gut tun, die mir schmecken oder auf andere Art und Weise Freude bringen. Das kann ein besonderer Käse sein, eine Pflanze, ein Besuch im Kino oder in der Schwimmhalle usw. 

Foto / Collage 1, 2, 4, 7: Katy Buchholz / Foto 3, 6: Lisa-Sophie Buchholz / Foto: 5, 8: Peter Buchholz


Dabei kommt es gar nicht darauf an, dass ich mir diese Dinge sowieso leisten kann. Im Gegenteil! Ich mache mir bewusst, dass dieser Käse, diese Pflanze, dieser Besuch im Kino oder Schwimmhalle die Belohnung für meine Ausdauer ist. Das macht mich nicht nur stolz, sonder produziert erneut eine große Portion Glückshormone in meinem Körper.


Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben auch Sie eine Methode gefunden, um Ihren inneren Schweinehund zu überlisten? Oder kämpfen Sie noch?

Vielleicht konnte ich Ihnen heute eine kleine Anregung aufzeigen, um den nächsten Kampf zu gewinnen. Ich freue mich, wenn Sie mir und den anderen Lesern und Leserinnen Ihre Erfahrungen mitteilen.

© Katy Buchholz


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Kommentare: 13
  • #1

    Annika Michel (Donnerstag, 09 April 2015 22:19)

    Hallo Kathy,

    das klingt interessant, ich habe mir auch schon sowas überlegt - vielleicht kann man da auch irgendwie den Partner einbeziehen, der dann eine Belohnung besorgt oder ähnliches?
    Wenn man es sich genau überlegt wäre es ja gar nicht so schwer all die unangenehmen Dinge zu tun aber nach der Arbeit sehne ich mich sooo sehr nach Ruhe ;) irgendwann besiege ich den Schweinehund :P

    Liebe Grüße,
    Annika

  • #2

    Katy Buchholz (Freitag, 10 April 2015 08:59)

    Hallo Annika,
    die Idee, den Partner miteinzubeziehen, finde ich sehr gut. Denn wie heißt es so schön: geteiltes Leid, ist halbes Leid und geteilte Freude, ist doppelte Freude ;0)
    Liebe Grüße
    Katy

  • #3

    testandtry (Donnerstag, 16 April 2015 09:51)

    Ich kenne den inneren Schweinehund sehr gut. Ich sollte mir auch ein Belohnungssystem überlegen ;-) LG

  • #4

    Katy (Mittwoch, 29 April 2015 22:07)

    Liebe testandtry,
    ich würde mich freuen, wenn du mir dein Belohnungssysem vorstellst ;0)
    Herzliche Grüße
    Katy

  • #5

    Heidi Stolle (Montag, 04 April 2016 14:48)

    Liebe Katy,
    ich kämpfe noch gegen bzw. mit dem inneren Schweinehund. Im Moment ist er noch der Sieger. Aber deine Tipps motivieren mich. Danke. Ich muss wirklich etwas tun gegen den Winterspeck.
    Gruß Heidi.

  • #6

    Katy (Montag, 04 April 2016 15:05)

    Liebe Heidi,
    ich freue mich, wenn dich meine Tipps motivieren, und drücke ganz fest die Daumen, dass du den inneren Schweinehund bald besiegst.
    Herzliche Grüße
    Katy

  • #7

    Svenja (Montag, 25 Juli 2016 13:21)

    Hallo.
    Sehr tolle Idee den Schweinehund auszutricksen :D:D

  • #8

    Katy (Montag, 25 Juli 2016 14:16)

    Herzlichen Dank, liebe Svenja :0)

  • #9

    Tom Meurer (Montag, 15 August 2016 17:43)

    Hallo Katy!

    Interessanter Ansatz mit der Belohnung. Sich selber belohnen...darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.

    Ich habe meinem inneren Schweinehund einen Namen gegeben. Er heißt Jupp. Wenn dieser also nun zum Vorschein kommen will, bekommt er das Kommando: "Jupp, auf Deinen Platz." Das ist sein Befehl sich wieder aus meinen Gedanken zu verkrümeln.

    Klappt nicht immer, aber von mal zu mal klappt es besser.

    Mit Herz und Seele,

    Tom

  • #10

    Katy (Montag, 15 August 2016 21:42)

    Hallo Tom,
    die Idee, seinem inneren Schweinehund einen Namen zu geben, finde ich super ;0)
    Es wird eine Weile dauern, die »schlechten« Angewohnheiten abzubauen. Aber, ich bin mir sicher, du schaffst alles, was du willst.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.
    Liebe Grüße
    Katy

  • #11

    Caro (Mittwoch, 31 August 2016 15:46)

    Hey Katy :)
    Danke für den Link!
    Leider sträubt sich in mir etwas gegen ein Belohnungssystem, bei dem Wort schaltet mein Kopf nämlich direkt auf "der Sport an sich ist doch schon eine Belohnung, stell dich mal nicht so an" :D
    Aber du hast recht was den Ansatz mit dem "sich selbst guttun" angeht, das werde ich auf jeden Fall weiter verfolgen, auch wenn ich es generell in den Alltag einbauen möchte!
    Schöne Grüße,
    Caro

  • #12

    Katy (Mittwoch, 31 August 2016 16:11)

    Hallo Caro,
    du hast Recht, das Gefühl, sich zum Sport überwunden zu haben, ist an sich schon Belohnung genug. Daher betrachte ich mein Belohnungssystem nur als Starthilfe.
    Auch wenn es nicht deinen Vorstellungen entspricht, freue ich mich trotzdem, dass dich mein Blogartikel inspiriert hat.
    Liebe Grüße
    Katy

  • #13

    Wolfram D. (Donnerstag, 10 August 2017 10:51)

    Das Belohnungssystem ist sicher nicht verkehrt. Ich finde es aber einfacher, Dinge zusuchen, die in sich schon eine Belohnung sind. Ich habe zum Beispiel letztens für mich das Mountain-Bike-Fahren entdeckt. Und das mache ich auch öfter... einfach weil es mir an sich Spaß macht. Sonst würde ich es auch nicht tun. Ich brauche dann auch keine Käsebelohnung, ich esse, wenn ich Hunger habe, wie immer. Und dennoch muss ich mich zu so manchen Dingen überwinden an trüben Tagen es heute draußen einer ist. Aber ich muss mit der Belohnung nicht warten, bis ich mit der Tätigkeit fertig bin, sie darf unterwegs kommen.

    Ganz generell halte ich nicht viel davon, sich laufend dazu zu bringen, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht will. Das hat man im Berufsalltag doch schon genug.