Ist meine Ordnung auch deine Ordnung?

ein unordentlicher Schreibtisch
Foto: Katy Buchholz

Diese Frage kann ich eindeutig mit Nein beantworten, denn für jeden Menschen bedeutet sie etwas anderes. Was für Person A ordentlich ist, kann in den Augen von Person B das absolute Chaos sein.

 

Ordnung ist das halbe Leben - woraus mag die andere Hälfte bestehen?

© Heinrich Böll (dt. Schriftsteller, 1917-85)

Gebraucht die Zeit, sie geht so schnell von hinne, doch Ordnung lehrt euch, Zeit gewinne.

© Johann Wolfgang von Goethe (dt. Dichter, 1749-1832)

Äußere Ordnung ist oft nur der verzweifelte Versuch, mit der großen inneren Unordnung fertig zu werden.

© Albert Camus (frz. Erzähler und Dramatiker, 1913-60)


 

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie oft mich meine Mutter als Kind gebeten hatte, ihr einen Gegenstand zu holen. Wie selbstverständlich begab ich mich zu dem Ort, wo ich ihn vermutete. Als ich ihn nicht fand, ging ich zurück und teile es ihr mit. Und weil ich den Gegenstand auch nach dem dritten Mal nicht finden konnte, gingen wir gemeinsam auf die Suche. Jetzt raten Sie mal, wo meine Mutter das besagte Teil entdeckte? Richtig - genau dort, wo ich es schon beim ersten Mal hätte finden können. Dass ich mich quasi mit der Nase darauf stoßen musste, lag nicht daran, dass meine Mutter unordentlich war.


Es liegt eher daran, dass wir den Begriff Ordnung unterschiedlich definieren. Meiner Meinung nach gibt es keine falsche Ordnung, aber eine Unordnung. Diese beginnt dort, wo einem die eigene Ordnung im Stich lässt.

Ich weiß noch, dass ich es als Kind gehasst hatte, mir ein Zimmer mit meiner Schwester teilen zu müssen. Ein Tisch mit zwei Stühlen, ein Kleiderschrank und für jeden, ein Bett - mehr passte nicht in den Raum. Auch wenn meine Schwester jünger war, sie beanspruchte für sich immer den meisten Platz. Also bekam ich ein paar Fächer im Wohnzimmerschrank für meine Klamotten.

Um damals, sowie heute nicht im Chaos zu versinken, sind für mich einige Punkte in Bezug auf Ordnung sehr wichtig:

  • minimalistisch, nur mit dem Nötigsten, aber trotzdem gemütlich eingerichtete Räume
  • alles hat seinen festen Platz (auch wenn ich hin und wieder umdekoriere)
  • Termine gehören in einen Wandkalender und dieser wird sichtbar aufgehangen
  • Gegenstände nach dem Gebrauch sofort aufräumen.

Zum Leidwesen meines Mannes muss ich allerdings gestehen, dass ich mit dem Wegräumen manchmal zu schnell bin. So kommt es vor, dass er Utensilien sucht, die er sich gerade zurechtgelegt hat. Ups ...

© Katy Buchholz


 Wie sieht es bei Ihnen aus?

Sind Sie der ordentliche oder der chaotische Typ?

Ich freue mich auf Ihre Antworten.


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Kommentare: 10
  • #1

    Daniela Meyer (Mittwoch, 19 August 2015 10:02)

    Hallo, ich bezeichne mich persönlich als ordentlich. Termine werden im Kalender eingetragen, wichtige Unterlagen sofort abgeheftet und auch andere Dinge schieb ich nicht lange vor mir her. So kann man nichts vergessen oder muß es erst suchen.
    Lg

  • #2

    Katy (Mittwoch, 19 August 2015 10:15)

    Hallo Daniela,
    herzlichen Dank für deinen Kommentar und den Einblick in deine Ordnungswelt ;0)
    Liebe Grüße
    Katy

  • #3

    Elfride Stehle (Freitag, 28 August 2015 17:19)

    Also, ich bin eher der chaotische Typ. Irgendwann gefällt mir mein Chaos nicht mehr, dann räume ich auf und freue mich über die kurzzeitige Ordnung.
    Liebe Grüße
    Elfride.

  • #4

    Martina Kuba (Sonntag, 17 Januar 2016 10:51)

    Guten morgen!
    Im großen und ganzen bin ich ein ordentlicher Mensch. Hin und wieder schlägt das Chaos zu. Selten wird es etwas vergessen, es kann aber schon mal passieren, dass alles im Chaos verläuft, aber auch nur dann , wenn zuviel im Kopf herum schwirrt.

  • #5

    Katy (Sonntag, 17 Januar 2016)

    Liebe Martina,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube, dass es normal ist, dass jeder unter bestimmten Umständen eine chaotische Phase hat.
    Herzliche Grüße
    Katy

  • #6

    Thomas (Sonntag, 17 Januar 2016 13:19)

    Natürlich ist Ordnung das halbe Leben. Die andere Hälfte ist "filtern"..
    Lehrlinge lernen,
    Gesellen schaffen,
    Meister fügen zusammen.
    Nur der Kleingeist hält Ordnung,
    das Genie beherrscht das Chaos. :-)

    Liebe Grüße..

  • #7

    Katy (Sonntag, 17 Januar 2016 13:40)

    Lieber Thomas,
    herzlichen Dank für deinen Kommentar und die Auflistung der verschiedenen Ordnungstypen ;0)

  • #8

    Heidi Stolle (Dienstag, 05 April 2016 10:19)

    Liebe Katy,
    ich bin ein Chaot, aber nur auf meinem Schreibtisch. Habe ich den dann wieder mal aufgeräumt, erfreue ich mich eine Weile an dieser Ordnung, bis es wieder chaotisch aussieht.
    LG Heidi.

  • #9

    Petra (Donnerstag, 03 November 2016 10:00)

    Hallo Katy,
    Ich bin weder der ordentliche noch der chaotische Typ, bei mir wechseln sich Phasen in denen ich jeden Tag staubwische, alles ganz akurat an seinen Platz räume, (das die nicht mal nen cm an der falschen Stelle sein dürfen) mit Phasen ab, an denen ich es lockerer angehen lasse, dann kann es sich auf meinem Schreibtisch schon mal stapeln oder die Bügelwäsche ruft schon nach mir.

    Lieben Gruß
    Petra Hebel

  • #10

    Werner Thieke (Donnerstag, 03 November 2016 11:44)

    Liebe Katy,
    es heißt ja auch, Wer die Ordung liebt, ist nur zu faul zum suchen.
    Das dürfte aber nur die Ausrede dafür sein, um sein eigenes chaotisches Verhalten vor sich selbst zu rechtfertigen.
    In unserem privaten Alltag hat alles seinen Platz, da wir uns aber überwiegend im Geschäft aufhalten, haben wir dort eine Art Pinnwand. Da landen Arzttermine, Einkäufe, behördliche Erledigungen, sowie auch alle privaten Termine.
    Meine Eltern haben mich allerdings schon als Kind zur Ordnung erzogen, da Anfang der 50iger, also nach dem Krieg, wo durch die zerbombten Häuser der Wohnraum knapp war, die Räumlichkeiten oft sehr beengt waren. Dieser Platzmangel, war zwingend dafür, Ordnung zu halten.
    Liebe Grüße
    Werner