Ich habe es doch getan!

Wer mich kennt, weiß, dass ich nie eine Lesung machen wollte.

 

Warum nicht, werden sich jetzt einige von Ihnen fragen. Gehört das nicht dazu, wenn man Bücher schreibt?

 

Ja, es gehört dazu. Immerhin ist das eine von vielen Möglichkeiten, um nicht nur auf sich als Autor / Schriftsteller, sondern auch auf seine Werke aufmerksam zu machen.

Delmenhorster Schriftstellerin Katy Buchholz bei der Lesung des DHB Netzwerkes
Foto: Sabine Lipp

Was mich bis jetzt davon abgehalten hat, diese Möglichkeit zu nutzen, hat zwei Gründe. Zum einen fühle ich mich außerstande, meine Nervosität unter Kontrolle zu bekommen. Nun werden gewiss einige von Ihnen sagen: ᾿Aufregung und Lampenfieber gehört dazu᾿ oder ᾿Gegen die Nervosität gibt es gewisse Übungen᾿ oder, oder, oder ...

Sicher haben Sie recht. Aber, Sie können mir glauben, dass ich schon sehr viel ausprobiert habe, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Nichts hat bis jetzt geholfen. Selbst wenn ich ein Patentrezept gefunden hätte, wären da immer noch meine chronischen Schmerzen und die Schmerzattacken, die meine Konzentration stören.

 

Delmenhorster Schriftstellerin Katy Buchholz bei der Lesung des DHB Netzwerkes
Foto: Sabine Lipp

Aus diesem Grund habe ich die Rubrik ᾿Café Klatsch mit ...᾿ ins Leben gerufen. Es handelt sich hierbei um einen Plausch zwischen Leser, Leserin und Autorin. Wer Interesse hat, kann mir gerne eine Nachricht schicken. Auf Wunsch treffen wir uns und ich beantworte Ihnen alle Fragen, die Sie über mich wissen wollen.

Das Konzept, das auf diese Weise meine Leser/innen direkt Kontakt zu mir haben (können), wird gerne angenommen.



Im Oktober 2017 bekam ich folgende Mail:

 

Sehr geehrte Frau Buchholz,

Wir erstellen derzeit unser Vortragsprogramm für 2018. Am 17. April würden wir sie gerne zu einer Lesung aus ihrem Buch „Rendezvous mit dem Fettnäpfchen“ bei uns begrüßen.
Ist dies grundsätzlich möglich? Welche Kosten kommen auf uns zu. Näheres gerne per E-Mail.

 

Mit freundlichen Grüßen ...

1. Vorsitzende des DHB Netzwerk Haushalt Ortsverband Delmenhorst e.V.


Wow, dachte ich und musste die Mail noch einmal lesen. War es wirklich möglich, dass man mich, eine Schriftstellerin, die noch nicht sehr bekannt ist, für eine Lesung buchen wollte? Ich fühlte mich geehrt.

 

Nachdem die erste Euphorie abgeklungen war, erinnerte mich das Männchen auf meiner rechten Schulter an mein Problem mit Lesungen. Sofort schwirrten tausend Fragen durch meinen Kopf, auf die ich keine Antwort hatte.

 

Bevor ich gar nicht mehr wusste, wo oben und unten war, fing das Männchen auf der linken Schulter an, mir Mut zuzusprechen.

 

Okay, dachte ich, wenn ich es schaffe, jemanden zu finden, der für mich liest, dann stimme ich der Lesung zu. Gesagt, getan. Ich erkundigte mich in meinem Freundeskreis, ob es jemand gab, der mich bei meinem Vorhaben unterstützen würde. Nachdem meine Freundin Sabine ohne zögern zugesagt hatte, schrieb ich der 1. Vorsitzende des DHB Netzwerk Haushalt Ortsverband Delmenhorst e.V. eine Antwort-Mail.

Gestern war der große Tag. Wie befürchtet, konnte ich weder meine Nervosität, noch die chronischen Schmerzen davon abhalten, mich zu terrorisieren. Auch die vor kurzem notwendige Zahn-OP war nicht gerade hilfreich, das bevorstehende Ereignis zu genießen.

Das alles reibungslos verlief, verdanke ich meiner Freundin Sabine. Durch ihre Unterstützung bin ich nun um eine schöne Erfahrung reicher.

© Katy Buchholz


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Kommentare: 2
  • #1

    Werner Thieke (Sonntag, 22 April 2018 02:13)

    Liebe Katy,
    ich kann Dich sehr gut verstehen, wenn Du dich aus Gründen der Nervosität oder des Lampenfiebers vor Lesungen gedrückt hast. Ich habe z. B. eine Lese schwäche die mir schon in der Schule Probleme bereitet hat. Zu Hause, im stillen Kämmerlein, wenn ich ruhig vor mich hin lese, kann meinen Lese Fluss nicht einmal der Fernseher, Straßen oder Kinder Lärm stören. Doch wehe dem es sind Menschen anwesend und ich muss laut lesen, dann gerate ich sofort ins Stottern, verhasple mich und krieg kein vernünftigen Satz zustande. Da ich aber sehr spät mit dem Schreiben angefangen habe, will ich daran auch nichts mehr ändern. So bleibe ich beim Schreiben und dichten und habe bis dato die Möglichkeit meine Bücher in unserem Geschäft zu verkaufen, was mir letztendlich genügt.
    Liebe Grüße und ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.
    Werner

  • #2

    Katy (Sonntag, 22 April 2018 03:55)

    Lieber Werner,
    herzlichen Dank für deine aufmunternden Worte. Es ist sehr tröstlich zu wissen, dass ich mit dem Problem nicht alleine dastehe.
    Liebe Grüße
    Katy